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Hans Theo Baumann zum 80. Geburtstag

Hans Theo Baumann zählt zum Urgestein des deutschen Design. Seine Entwürfe haben Geschichte geschrieben. Sein Anspruch ist ganzheitlich, seine Tätigkeit ebenfalls.
Hans Theo Baumann hat unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in der Waldsassener Glashütte Lambertz seine Glasarbeiten gefertigt, die wir heute als Studioglas bezeichnen würden. Nur diesen Begriff gab's zu dieser Zeit noch nicht – und leider kennt auch kaum jemand diese frühen Arbeiten. Wohl aber seine späteren Glasentwürfe für Süssmuth, Gral, Rheinkristall oder Daum, denn die schrieben wie gesagt Geschichte wie auch seine Porzellanentwürfe für Rosenthal, Schönwald, Thomas, Arzberg, Tirschenreuth oder die Staatliche Porzellanmanufaktur Berlin.
Weitgehend unbekannt geblieben ist auch sein futuristischer Stuhlentwurf für Vitra – ebenfalls unmittelbar nach dem Krieg – all zu schwierig waren damals noch die Produktionsverhältnisse. Aber er begründete damit den Anfang einer Reihe von Ikonen des Möbeldesigns.
Deutlich vor der Gedächtniskirche in Berlin entwickelte er für Egon Eiermann, den Stararchitekten der jungen demokratisch geprägten Bundesrepublik, 1951/53 für die Matthäuskirche in Pforzheim den farbigen, mosaikartigen Glasbaustein der phänotypisch für seine Zeit werden sollte.
Zusammen mit Karl Dittert, Herbert Hirche, Günter Kupetz, Peter Raake, Rainer Schütze, Hans Erich Slany und Arno Votteler gründete er 1959 den Verband Deutscher Industrie Designer und – wenn wir heute über Globalisierung sprechen – so arbeitete der Entwerfer bereits Anfang der 1980er Jahre in Japan mit Glas- und Porzellanfirmen.
Kurz: fast ein halbes Jahrhundert prägten die Arbeiten von Hans Theo Baumann deutsches Design. Respekt und Gratulation zu dieser Leistung!

Prof. Dr. Florian Hufnagl
Die Neue Sammlung. Staatliches Museum für angewandte Kunst
Design in der Pinakothek der Moderne, München