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generations – 1. Rosenthal Design Award Preise & Nominierungen
5. Oktober bis 14. November 2004    
A generation
doesn't need any
explantation - it is
in itself.


Michael Young
  Christian Andersson (Konstfack Stockholm) wurde für seine Leuchtenfamilie "Children of the Light" mit dem 1. Preis (5.000 Euro) ausgezeichnet. Die Jury bewertete bei dieser "besonders starken und richtungweisenden" Arbeit die enge Verbindung aus Kunst und Design, die sich hervorragend in die Tradition des Unternehmens Rosenthal einfügt. Darüber hinaus wurde der versierte Umgang mit dem anspruchsvollen Material Porzellan sowie die Auswahl der technischen Kompetenten der neo-barocken Leuchtenobjekte positiv bewertet.
 

Das Motto des ersten Rosenthal Design Award
lautet "generations". Die ambitionierte Konzeption des Wettbewerbes führte Studierende von fünf europäischen Designhochschulen mit fünf internationalen Design-Stars als Advisors in vorbereitenden Workshops zur thematischen Vertiefung zusammen. Ort und Hintergrund zu dieser intensiven Auseinandersetzung bot das Unternehmen Rosenthal, das in seiner 125jährigen Geschichte der Porzellanherstellung immer wieder mit großen Gestaltern kooperierte. In Zukunft soll der Wettbewerb alle zwei Jahre stattfinden.
 
Die 5 Hochschulen:
Paris: Les Ateliers, ENSCI - l'Ecole Nationale
Superieurde Création Industrielle

Stockholm: Konstfack - University College
of Arts, Crafts and Design

London: Royal College of Art
Mailand: Politecnico di Milano
Berlin: Universität der Künste
 
Die 5 Advisors:
Erwan Bouroullec
Patrizia Cucco
Martino Gamper
Konstantin Grcic
Michael Young
 
Die Jury:
PATRICIA URQUIOLA, Designerin, Mailand; JASPER MORRISON, Designer, London/Paris; ROBERT SUK, Leiter Rosenthal Produktentwicklung, Selb; EVA SCHAEFFER, Chefredakteurin Elle Decoration, München; ANDREJ KUPETZ, Geschäftsführer Rat für Formgebung, Frankfurt a.M.; Prof. Dr. FLORIAN HUFNAGL, Leitender Museumsdirektor, Die Neue Sammlung - Staatliches Museum für angewandte Kunst / Design in der Pinakothek der Moderne, München.
  Für das Schalenset "Snuggle up" von Nina Farsen (UdK Berlin) vergab die Jury den 2. Preis (3.000 Euro). Das Charakteristische dieser Porzellanschalen sind deren Körbchen aus netzförmig gegossenem Gummi, die die Schalen sowohl isolieren als auch in einen festen Stand bringen. Die ungewöhnlich harmonischen Proportionen sowie das durchdachte Konzept dieser Arbeit trugen zudem zu dem positiven Jury-Votum bei.
 
Julien Buisson und Tomek Rygalik (Royal College London) erhielten den 3. Preis (2.000 Euro) für ihr Gemeinschaftsprojekt "Break fast", eine Komposition aus Porzellanbesteckteilen, die an den Schneiden auseinander gebrochen werden müssen. Die Jury würdigte vor allem den Tabubruch des Porzellanbrechens sowie die ausgewogene Komposition des Arrangements.
 
Den Sonderpreis - ein sechswöchiges Praktikum im Rosenthal Creative Center - verlieh die Jury an Pieke Bergmans (Royal College London) für deren Entwurf "Re-Design". Bei diesem Projekt handelt es sich um die gestalterische Überarbeitung von Jasper Morrisons Rosenthal-Service "Moon", das sich durch aufgebrachte Klebestreifen nicht nur in seiner ästhetischen Anmutung, sondern auch in seiner Formgebung verändert.
 
Für die Ausstellung sowie zur Publikation im Begleitkatalog wählte die Jury neben den vier Auszeichnungen weitere 15 Entwürfe aus, die das breite Spektrum des Materials Porzellan in seiner gesamten Bandbreite repräsentieren. Aus dem Bereich Tischkultur gingen Nominierungen an Sandra Hirsch ("Shifted") und Annika Giesbert ("Lucullus") für innovative, multifunktionale Tellersets. Besondere Erwähnung fand das extrem reduzierte Stapelset "Three" von Selma Serman, das organisch geformte Fingerfood-Besteck "Bones" von Mechthild Ubl, das formvollendete Tassenset "Generations" von Lucy Whiting und die Porzellanbecher mit isolierender Rillenstruktur "Hot Pott" von Alex Bopp. Äußerst variabel und originell ist das Amuse-Gueule-Set "Meetree" von Anais Triolaire und Marie-Verginie Bernet. Vielfach einsetzbar und höchst funktional ist auch der Entwurf "Happydays" von Arnaud Lapiere: Porzellangefäße mit Silikonboden, der beim Aufeinanderstapeln dicht abschließt.
 
Neue Wege in Porzellan eröffnet der Beitrag "Parure" von Emi Yatsuzaki und Benjamin Graindorge, ein innovativer, kristallförmiger Wandschmuck aus vier Grundelementen aus Porzellan. Die Tradition von kostbarem Familienschmuck bewahrt die "Family of Boxes" von Sylvain Rieu-Piquet - Aufbewahrungsdosen in 5 Typen und Größen für kleine wertvolle Dinge -, während Lu Zhou mit "The Incomplete" die perfekte Form einer griechischen Amphore mit den Spuren des Entstehungsprozesses - etwa Gußnähten - kontrastiert. Hightech in Porzellan ist "See me Touch me Feel me" von Anders Ruwald und Geoffrey Mann, ein Interfaceobjekt aus Porzellan, das abhängig von der Art der Berührung unterschiedliche Musiken aussendet. Musik war ebenso Inspiration für Magdalena Nilssons Entwurf "Volume", die Porzellan als Material für Lautsprecher verwendete. Eine wegweisende Verbindung von Porzellan und Technik entwickelte Julia Leihener, die mit "P-Mobile" sensitive Handy-Gehäuse aus Porzellan schuf.