15. Juni – 17. Juli 2005 Die Kunst des SPIEGEL
Titel-Illustrationen aus fünf Jahrzehnten
Raffiniert, ohne elitär zu sein, und gewitzt, ohne ein ernstes Thema zu verscherzen.
(Walter Grasskamp)
Seit 1956 gestalten führende Illustratoren der Welt die Titelbilder für eines der wichtigsten europäischen Wochenmagazine. Dazu gehören u.a. Künstler wie Boris Artzybasheff, Ursula Arriens, Hermann Degkwitz, Loriot, Michael M. Prechtl, Marie Marcks, Ludvik Glazer-Naudé, Braldt Bralds, Nancy Stahl, Rafal Olbinski, Jean-Pierre Kunkel und Michael Pleesz. In der Flut fotografischer Bilder, die sonst weitgehend die Zeitschriftentitel und unsere Wahrnehmung der Zeitgeschichte prägen, ist dies eine bemerkenswerte Tradition. Ihre pointierte Bildsprache oder mehrdeutige Eindeutigkeit, ihre gewitzten Metaphern oder freche Respektlosigkeit verankerten viele dieser Arbeiten im kollektiven Gedächtnis.
Die Ausstellung zeigt erstmals eine umfangreiche Auswahl der Originalillustrationen, die im Auftrag des Spiegel entstanden – seien es Zeichnungen oder gar Gemälde, mit Tusche oder Kreide, als Tempera-Malerei oder in Airbrush-Technik – und stellt ihnen die veröffentlichten Titel zur Seite. So entsteht nicht nur eine ungewöhnliche Dokumentation zur Politik- und Zeitgeschichte der jüngsten fünfzig Jahre, sondern auch ein facettenreicher Querschnitt der stilistischen Möglichkeiten zeitgenössischer Graphik – genuines Thema eines Museums, das Graphic Design zu seinen Sammlungsgebieten zählt.
1972 waren auf der legendären documenta 5 in Kassel vierzig SPIEGEL-Cover zu sehen; das Thema damals: "Befragung der Realität – Bildwelten heute". Auch aus diesem Blickwinkel besitzen die Titel-Illustrationen bis heute Aktualität für die Ästhetik der Gegenwart.
Eine Kooperation zwischen der Neuen Sammlung – Staatliches Museum für angewandte Kunst | Design in der Pinakothek der Moderne – und dem SPIEGEL-Verlag
Symposium Zeitschriftengestaltung: Kunst – Kommerz – Kommunikation Freitag 15.7., 18 Uhr
|