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Sekundär-Architektur
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lichtzeichen und zapfsäule von agip
Giuseppe Guzzi/Marcello Nizzoli

1950-1952
Lichtzeichen und Zapfsäule von "Agip"

"Antenna" mit Agip-Hund, Typ "Germania", 1951/52
Innenbeleuchtetes Schild; Acrylglasrelief, innen lackiert
217,5 x 92,6 cm
Mast aus Baustahl: H. 582 cm, innen ø (dreifach verjüngt) 15,9 -7 cm
Herst.: Fa. Lamperti, Ora, Trient, u.a.: für Agip, San Donato Milanese, Italien

Elektromechanische Zapfsäule "Nizzoli", 1950/52
Gehäuse aus emailliertem Blech
Mechanisches Zählwerk, elektrohydraulische Förderpumpe
126 x 70 x 43 cm
Herst.: SNAM S.p.A., Talamona; später Nuova Pignone S.p.A., Florenz: für Agip, wie oben


Lichtzeichen und Zapfsäule wurden der Sammlungsabteilung "Sekundärarchitektur/Street furniture" integriert und gehören beide den beginnenden fünfziger Jahren an. Sie sind markante Zeichen dieser Zeit; denn wer erinnert sich nicht bei früheren Reisen an den die Ausfallstraßen Italiens beherrschenden sechsbeinigen Hund. Beide Objekte wurden nach umfangreichen Suchaktionen des Unternehmens Agip 1983 in Lugano (Zapfsäule) bzw. in Landau in Niederbayern (Lichtzeichen) aufgefunden.

Das Lichtzeichen besitzt die respektablen Ausmaße von zwei Metern Breite und einem Meter Höhe und ist an einem annähernd sechs Meter hohen Mast befestigt. Es signalisiert dem Autofahrer Tankstelle wie Kraftstoffmarke. Dem sechsbeinigen Hund mit der aus dem Rachen fahrenden Feuerlohe lag ein Plakatentwurf Giuseppe Guzzis zugrunde, der, im Zuge einer Neuschöpfung von Marke und Erscheinungsbild von Agip, Anfang der 50er Jahre als Symbol eingeführt wurde. Dieses Lichtzeichen wurde zwischen 1952 und 1978 verwendet. Charakteristisch an dem aus Kunststoff gefertigten Zeichen ist der plastische Hund.

Die Zapfsäule entwarf Marcello Nizzoli, der große, bahnbrechende Designer Italiens, für Agip mit dem Ziel, erstmals ein einheitliches Erscheinungsbild der verschiedenen Zapfsäulen zu erreichen. Technische Weiterentwicklungen mit automatischer Rückstellung lösten diesen Typus Mitte der 60er Jahre ab.

Beide Objekte wurden zu einem Environment auf einer mit Edelstahl überzogenen Sockelplatte zusammengeordnet und gelangten 1984 im Rahmen einer großen Donation des Unternehmens Agip in unsere Sammlungen.
Sie dokumentieren in der Sektion "Sekundärarchitektur" unter vielen anderen Lichtzeichen unterschiedlicher Unternehmen einen Zeichentypus, der bei Dunkelheit unsere Städte bestimmt und beherrscht und als Orientierungsmittel aus dem Leben des endenden 20. Jahrhunderts nicht mehr fortzudenken ist. Zugleich bestechen diese Objekte durch die geistvolle Idee des jeweiligen Entwurfs und die Konzentration ihrer Gestalt.