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Fotografie/Grafikdesign
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  Aldo Ballo - Fotografie & Design
12.11.2002–16.3.2003
 
lampe moloch, 1972 schlangenlampe boalum, 1970/71 lampe treetops mit ettore sottsass, 1982
Aldo Ballo è stato il terzo occhio di intere generazioni di architettie designers." (Adolfo Natalini)

Es gibt berühmte Sach- und Werbeaufnahmen, die sich unserem Gedächtnis eingeprägt haben. Dahinter stehen oft legendäre Lichtbildner, von denen man dieses gar nicht erwarten würde – sind sie doch als Fotografen von künstlerischem Rang in die Historie eingegangen: zum Beispiel Man Ray, Irving Penn, Paul Strand, Margaret Bourke-White, Germaine Krull, Erwin Blumenfeld, Albert Renger-Patzsch…. Die Dinge leben über die Bilder, die von ihnen gemacht und verbreitet werden. So entstehen Mythen – auch die der Designgeschichte.

Einer ihrer bedeutendsten Dokumentaristen im 20. Jahrhundert ist Aldo Ballo. Er hat bleibende Bilder geschaffen von gestalteten Objekten – Bilder, die um die Welt gingen und den Forminnovationen zu internationalem Ruhm verhalfen.Seine Produktaufnahmen haben die Entwicklung der italienischen Industriegestaltung seit den fünfziger Jahren begleitet und festgehalten. Für Generationen von Architekten und Entwerfer fungierte er quasi wie ihr drittes Auge.

Die Liste seiner Auftraggeber liest sich wie ein "Who's Who" der innovativsten Protagonisten des Metiers: von Alessandro Mendini, Marco Zanuso, Ettore Sottsass, Richard Sapper, Mario Bellini, Nanda Vigo, Joe Colombo, bis zu Angelo Mangiarotti, Enzo Mari, Gae Aulenti, Antonio Citterio, Achille & Piergiacomo Castiglioni, Gaetano Pesce, Afra & Tobia Scarpa, Philippe Starck und avantgardistischen Gruppierungen wie Gruppo Strum, Studio Alchimia, Memphis, Superstudio etc. Namhafte Hersteller vertrauten Aldo Ballo ihre Kampagnen an: Olivetti, Pirelli, Cassina, B & B, Zanotta, Arflex, Flos, Artemide, Kartell, Alessi und viele andere.

Aldo Ballo wurde 1928 in Sciacca bei Agrigento in Sizilien geboren und studierte zunächst an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand, bevor er sich zum Architekturstudium am Polytechnikum einschrieb. Um 1950 wandte er sich der Reportagefotografie zu und absolvierte seine Ausbildung in der bekannten Agentur "Roto Foto" unter Leitung von Fedele Toscani, Vater von Oliviero und Marirosa Toscani, seiner späteren Frau. Mit ihr zusammen gründete er 1953 das Studio Ballo in Mailand – gerade zum richtigen Zeitpunkt. Denn Italien erlebte in den 50er Jahren ebenso wie die BRD ein "Wirtschaftswunder". Das Bedürfnis nach modernen, progressiven Gebrauchsgegenständen führte zur ästhetischen Reform des alltäglichen Umfelds. Es ist den italienischen Entwerfern dabei von Anfang an gelungen, ihre Kreationen mit einer besonderen kulturellen Aura zu versehen.

Aldo Ballo ist der Chronist dieser Designgeschichte. Seine unprätentiösen, stringent sachlichen "Porträts" von nützlichen Dingen bringen deren "Persönlichkeit" zur Geltung, rücken ihre materielle Präsenz und Ausdruckskraft ins "rechte" Licht und vermitteln auf überzeugende Weise die Formidee des Urhebers. Das Produkt genießt absolute Priorität, ihm gilt die gesammelte Aufmerksamkeit des Fotografen. So entstand im Studio Ballo sukzessive ein umfassender Bildkatalog der industriellen Formgebung, ein "Baedecker der perfekten Industriefotografie" (Walter Guadagnini) – vom "Bel Design" bis zum "Radical Design", vom konventionellen Entwurf bis zum "Anti-Design" das gesamte Spektrum der schöpferischen Gestaltungskräfte im Italien der zweiten Jahrhunderthälfte umschließend.
Die sensiblen Lichtbilder Ballos von hoher Präzision und klarer Aussage stärkten das Bewusstsein für die fotografische Repräsentation des Produktes überhaupt – nicht zufällig parallel zur Einrichtung neuer Printmedien (Stile ed Industria, Rivista dell'Arredamento, Abitare, Ottagono, Casa Vogue, Il Mobile Italiano etc.). Kaum also eine Publikation über diese Design-Ära, die nicht von Ballo-Reproduktionen dominiert wäre. Auch wenn die Produkte längst vom Markt verschwunden sein sollten, die Aufnahmen Aldo Ballos verkünden weiterhin ihre Botschaft.

Zum ersten Mal in Deutschland zeigt Die Neue Sammlung mit dieser Studio-Ausstellung Werke dieses wichtigen Fotografen in einer Auswahl des umfangreichen Sammlungskonvoluts.