| Fotografie/Grafikdesign |
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Plakate aus Japan Der Nachhall der Atombombe von Hiroshima und die meditative Stille des Zen diese gegensätzlichen Erfahrungen prägen, überspitzt formuliert, noch heute die Plakatkunst Japans. Das Medium des populären japanischen Holzschnittes umfaßte im 19. Jahrhundert auch Theaterankündigungen gewissermaßen Plakate. Die ganz eigenständige Plakatgraphik, die sich in Japan mit dem politisch-kulturellen Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte, basierte zunächst jedoch weniger auf diesen Wurzeln als vielmehr auf einer modernen Interpretation der alten Schriftkunst. In den vierziger und fünfziger Jahren wird dies etwa an den Arbeiten von Yoshio Hayakawa (Kimono Show), Takashi Kono (Teezeremonie) oder Hiromu Hara (Typographie-Ausstellung) deutlich. Ryuichi Yamashiro schlägt 1955 bei seinem Plakat "Wald - Hain" einem frühen Manifest des Umweltschutzes mit der poetischen Multiplikation nur zweier Wortzeichen in unterschiedlichen Größen die Brücke zur Konkreten Kunst und Konkreten Poesie, während sich bei Yusaku Kamekuras Werbung für Nikon-Kameras schon Op-Art-Anklänge finden. Jedenfalls ebnete er dem abstrakt-geometrischen Plakat den Weg. Die Serie, die Kamekura Anfang der sechziger Jahre für die Olympischen Spiele 1964 in Tokio gestaltete, bedeutete dann einen Meilenstein für das Plakatdesign in Japan: angefangen bei dem ebenso einfachen wie selbstbewußten "Logo", das die Nationalflagge (Sonnenzeichen) adaptiert, bis zum meisterlichen Einsatz der Photographie, die hier erstmals in der Geschichte des Olympiaplakates verwendet wird. Bereits zu dieser Zeit beginnt die internationale "Entdeckung" des japanischen Plakates und sein wachsender Ruhm, und es tauchen die großen Namen auf, die bis heute Geltung haben. So ist z.B. Kazumasa Nagai mit seinen science-fiction-artigen Visionen des "outer space" zu nennen; Ikko Tanaka, der u.a. vom Bauhaus geprägt zu radikalster Klarheit und Einfachheit findet; Tadanori Yokoo und seine Privatmythologie, collagiert aus Zitaten der Kunstgeschichte, Holzschnittillustration, Pop Art etc.; Shigeo Fukuda, Meister der zeichenhaften Verkürzung und des witzigen Vexierspiels: Die Spirale auf seinem Kyogen-Plakat, die in den typisch japanischen tabi-Socken endet, tanzt geradezu wie die Schauspieler bei ihren Possen der Kyogen-Theaterstücke; Makoto Nakamura mit seiner damals bahnbrechenden, geheimnisvoll-fremd verlockenden Darstellung von Schönheiten; und - last but not least Mitsuo Katsui, der von "kinetischen" Kompositionen (For design student, 1966) über langjährige Erfahrung mit Computergraphik (10 hoch 64, 1985) bis hin zu subtilsten Fotomontagen (Hiroshima appeals, 1989) geradezu als Symbol für die Vielfalt, den graphischen Reichtum und auch die außerordentliche drucktechnische Raffinesse der japanischen Plakate stehen könnte. |