auf einen blick

Fotografie/Grafikdesign
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Dieter Leistner – Magische Architekturen. Fotografien
20.7.–3.11.2004

"Ohne zu malen, ein Bild machen zu können, das hat mich immer fasziniert."

Es geht dem Architekturfotografen Dieter Leistner um mehr, als um reine Sachdokumentation. In jedem Bauwerk - so seine Überzeugung – steckt eine Idee, eine Vision, und diese sucht er mit seinen Bildern aufzuspüren und einzufangen. Daher entstanden neben erklärenden und illustrierenden Aufnahmen stets auch solche, die vor allem ungewöhnliche Situationen aufgreifen und die magische Wirkung räumlicher Strukturen enthüllen.

Mit den "Badetempeln" fing alles an. Damals – zu Beginn der achtziger Jahre – studierte Dieter Leistner noch an der Folkwang-Schule in Essen. Zu seinen Lehrern gehörten Reinhart Wolf, Erich vom Endt und Robert Lebeck. Im Anschluss folgte ein Aufbaustudium an der Bergischen Universität Wuppertal, wo Leistner auf den legendären Willy Fleckhaus trifft.
Leistners Vorhaben, alte Hallenbäder der Gründerzeit und des Jugendstils zu dokumentieren, fand Beifall und rasch entwickelte sich aus dieser Werkgruppe so etwas wie ein Markenzeichen seiner spezifischen Sicht der Dinge.

Dies ist ein Aspekt seiner Arbeit, der andere: Leistner gilt als einer der führenden Architekturinterpreten der Gegenwart – für Gottfried Böhm, Gustav Peichl, Richard Meier, Thomas Herzog, Heinz Bienefeld, O.M. Ungers und andere – die Elite der europäischen Baukunst also. Ihre Werke hat Leistner begleitet und dokumentiert. Dabei lässt er sich führen von der Dramaturgie der Räume, von der Verflechtung und Durchdringung der Konstruktion. Das Abbilden und Aufzeigen der Besonderheiten und Wesenszüge stehen im Vordergrund.
Doch Architekturfotografie – wenn sie hervorragend ist - deckt stets mehr auf, als der erste Blick verrät.

Dies geschieht etwa mit den "Aufblicken", in denen Leistner "seine" Architekten zelebriert, als würde hier die Quintessenz ihrer Werke zusammenfließen. Das Ergebnis: hunderte, sorgfältig durchnummerierte kaleidoskopartige Ansichten von hoher Abstraktion. Leistner manipuliert nicht. Er verweist jedoch mit Nachdruck auf die zentralen Charakteristika der Baumeister – in Quadraturen, Ellipsen, Kreisformen, Raster-, Netz- und Gitterwerk, die stellvertretend den Esprit ihrer Ästhetik widerspiegeln.
Beide Fotoserien werden in der Präsentation der Sammlung Design in Auswahl gezeigt.