Das Haus der GegenwartAnfang Mai dieses Jahres wurden hundert renommierte Architekten aus dem In- und Ausland eingeladen, um an einem Architekturwettbewerb des SZ-Magazins teilzunehmen. Gesucht wurde das Haus der Gegenwart - das SZ-Magazin-Haus. Ein Wohnhaus in Mitteleuropa für vier Personen (für eine Familie mit zwei Kindern, für Großmutter, Eltern und Kind oder für vier Erwachsene, die als Wohngemeinschaft zusammenleben) mit einer Nutzfläche von etwa zweihundert Quadratmetern, auf einem ebenen Grundstück von fünfhundert Quadratmetern, zu einem Preis von zirka 500 000 Mark (reine Baukosten).
45 Architekten bzw. Architekturbüros haben ihre Teilnahme bestätigt, 34 Modelle trafen bis zum veranschlagten Termin, Ende Juni ein. Am 10. Juli 2001 wurde das Haus der Gegenwart von einer internationalen Jury prämiert. Wir haben in die Jury gebeten: Peter Conradi (Präsident der Bundesarchitektenkammer, Berlin), Terence Riley (Chefkurator für Architektur und Design im Museum of Modern Art, New York), Kristin Feireiss, (Aedes Architekturgalerie, Berlin), Shigeru Ban (Architekt, Japan), Jil Sander (Modeschöpferin und Kunstsammlerin, Hamburg), Jo Coenen (Architekt, Rotterdam), Bazon Brock (Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung, Universität Wuppertal), Matteo Thun (Designer und Architekt, Mailand), Gerhard Matzig (Architekturkritiker der Süddeutschen Zeitung) und Dominik Wichmann (Redaktionsleiter SZ-Magazin).
Vom provokanten Kartenhaus bis zu einem bewohnten Aquarium haben sich die Architekten Gedanken gemacht, um Finanzen, Ökologie, Individualität und Gesellschaft, neue Siedlungs-formen, neue Wohnformen, neue Materialien, gesellschaftliche Verantwortung und neue Formen der Repräsentation im Haus der Gegenwart zu vereinen.
Zum Siegermodell prämiert wurde das zukunftsweisende Cast House von Andre Poitiers aus Hamburg für seine neue Art des städtischen Wohnens. Durch den Einsatz unkonventioneller Materialien auf der einen Seite und die Flexibilität in der Aufteilung der wabenartigen Räume auf der anderen Seite hat er sich von den Mitbewerbern abgesetzt.Zweiter Sieger wurde das Architekturbüro Allmann Sattler Wappner aus München.Architektonisch mit minimalen Mitteln umgesetzt, steht hier die Möglichkeit desZusammenlebens im Vordergrund. Das Spiel mit Privatheit und Öffentlichkeit, mit Haus undGarten.
Der dritte Preis ging an das Büro Ortner & Ortner in Wien für das Modell "Die Box". Bei dem Entwurf handelt es sich um eine verputzte Kartonschachtel, die rigoros die private Sphäre von einer öffentlichen trennt. Außen Betonstein und Putz, innen eine Schatulle aus Holz.
Einen Sonderpreis für sein Modell "Archimedes" erhielt das Büro "Drost & van Veen Architecten" aus Rotterdam. Durch die Erwärmung der Erde und den Anstieg der Meere sehen Drost & van Veen das Haus der Gegenwart als ein schwimmendes Haus. Ein Hausboot aus Stahl, das wie eine Skulptur auf dem Wasser schwimmt. Das Haus versorgt sich selbst durch Solar- und Windkraft und hat damit den Ökobonus erhalten.
Das SZ-Magazin wird das Haus der Gegenwart im Design-Special, das am 12. Oktober 2001 erscheint, auf etwa zwölf Seiten im Detail vorstellen. Selbstverständlich werden in dem Heft auch weitere Modelle gezeigt.
Parallel zu der Veröffentlichung werden wir das Haus der Gegenwart sowie alle von der Jruy ausgewählten Modelle in einer großen Ausstellung in der Neuen Sammlung in München zeigen (vom 12.10. - 21.10.2001). Zusätzlich erscheint ein Ausstellungskatalog im Hatje Cantz Verlag.
Als Besonderheit zeigen wir am Abend der Ausstellungseröffung The Sound Reactive House 2001 - eine interaktive Installation von Robert Klein (The Screen Collective, München) und Joel Baumann (tomato interactive, London). Die Bilder reagieren direkt auf akustische Reize und Veränderungen in ihrem Umfeld. Sie verzerren sich, werden größer oder kleiner. Je nachdem, wie laut es ist. Oder wie Sie sich benehmen.
| Eröffnung: |
Donnerstag, 11. Oktober 2001, 19.00 Uhr |
| Ausstellungsdauer: |
12. bis 21. Oktober 2001 |
| Ausstellungsort: |
Die Neue Sammlung Staatliches Museum für angewandte Kunst Prinzregentenstraße 3, 80538 München |
| Öffnungszeiten: |
Dienstag bis Sonntag und an allen Feiertagen 10 - 17 Uhr 24.12. und 31.12. geschlossen |
| Weitere Informationen und Bildmaterial: |
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Dr. Corinna Rösner, Die Neue Sammlung, München Tel +49 (0)89 / 27 27 25-0 Fax +49 (0)89 / 27 27 25-561 E-mail presse@die-neue-sammlung.de |
Daniela Huber, SZ-Magazin Tel +49 (0)89 / 21 83 95 35 Fax +49 (0)89 / 21 83 95 47 daniela.huber@sz-magazin.de |