Die Neue Sammlung, Staatliches Museum für angewandte Kunst

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1907 gegründet, gilt Die Neue Sammlung als erstes Designmuseum der Welt. Mit ihren internationalen Erwerbungen und impulsgebenden Ausstellungen schreibt sie seitdem Designgeschichte.
Offenheit für Experimente, Hinwendung zur Gegenwart und zukunftweisende gestalterische Qualität gehören zu den Maximen der Museumspolitik. Das Wort „Neu“ im Namen des Museums signalisiert bis zum heutigen Tag programmatisch seine avantgardistische Zielsetzung. So konzentriert sich die Sammlungstätigkeit von Anfang an auf beispielhaft gestaltete „neue“ Dinge des alltäglichen Gebrauchs und widmet sich seit eh und je dezidiert den verschiedenen Aspekten der industriellen Produktion.

Mit rund 75.000 Objekten der Bereiche Industrial Design, Graphic Design und Kunsthandwerk zählt Die Neue Sammlung – das Staatliche Museum für angewandte Kunst in München – zu den führenden Museen dieser Thematik für das 20. und 21 Jahrhundert, und sie gilt als ältestes Designmuseum der Welt.
Mit der Gründung des Deutschen Werkbundes 1907 in München begann der Aufbau einer „Modernen Vorbildersammlung“, die zum Kern der Museumsbestände wurde. In Erkenntnis der Unabdingbarkeit industrieller Produktionsmethoden konzentrierte sich die Auswahl von Anfang an auf beispielhaft gestaltete „moderne“ Dinge des alltäg-lichen Gebrauchs – dies geschah in bewußter Abkehr von der Praxis der meisten Kunstgewerbemuseen.
Aufgrund ihrer avantgardistischen, kosmopolitischen Haltung wurde Die Neue Sammlung in der nationalsozialistischen Zeit geschlossen. Seit 1946 war das Museum mit seinen Ausstellungen wieder international präsent.
Ab 1925 war Die Neue Sammlung provisorisch in einem Gartentrakt des Bayerischen Nationalmuseums untergebracht. Neubaupläne tauchten auf und verschwanden wieder in den Schubladen. Aus der Forderung nach adäquater Unterbringung entstand 1990 der Entschluß für zwei Neubauten: die im September 2002 eröffnete Pinakothek der Moderne in München und das im April 2000 eröffnete Neue Museum in Nürnberg, das als „Staatliches Museum für Kunst und Design“ Aspekte seit 1945 aufzeigt.
In der Pinakothek der Moderne ist für Die Neue Sammlung erstmals eine umfassende permanente Ausstellung möglich geworden. Sie führt die facettenreiche Geschichte und Entwicklung der „nützlichen Künste“ des 20. und 21 Jahrhunderts einer breiten Öffentlichkeit vor Augen, und dies in transdisziplinärem Kontext: In einem Haus, in dem vier unabhängige Museen freie Kunst und Design, Graphik und Architektur unter einem Dach darstellen.

Heute gehört Die Neue Sammlung zu den international führenden Museen für Design und angewandte Kunst der Moderne. Allein von 1980 bis 2003 hat sich die Anzahl der Objekte fast verdreifacht. Industrial und Product Design bilden einen entscheidenden Schwerpunkt der „permanent collection“; dazu kommen die Gebiete Graphic Design, Fotografie und Kunsthandwerk sowie einige neu aufgebaute Abteilungen, etwa Computer Culture, Sportgeräte und Automobildesign.
Die Gründung der Neuen Sammlung folgte einer Vision. „Humanisierung der Gesellschaft durch Gestaltung“ nannte ein früherer Direktor dieses Ziel.
Die Manifestationen und Produkte gestalterischen Wollens stehen nach rund einem Jahrhundert des Sammelns nun als Reflexe dieser Vision in den Museen in München und Nürnberg für ein internationales Publikum zur Diskussion.