Keramik der Werkstatt Kuch
29.10.2006 – Frühjahr 2007
Eine ganz entscheidende Epoche der Keramik in Deutschland, eine Zeit der
Erneuerung rückt mit der Ausstellung über die Werkstatt Kuch in
den Fokus.
Vor rund 55 Jahren entstand im fränkischen Burgthann eine Werkstattgemeinschaft,
die in der deutschen Nachkriegskeramik nahezu einzigartig war: die Töpferei
von Elly und Wilhelm Kuch, in der zwischen 1955 und 1990 bis zu 15 Angestellte
beschäftigt waren.
Elly und Wilhelm Kuch (geb. 1929 bzw. 1925) entwarfen Plastiken, Gebrauchs-
und Baukeramik. Neben dem alltäglichen Betrieb und den Kleinserien fanden
sie jedoch auch die Zeit, Einzelarbeiten zu gestalten – Unikate, die
mehrfach mit internationalen Anerkennungen und Preisen gewürdigt wurden.
So erhielten sie 1966 als erste deutsche Keramiker den renommierten Premio
Faenza.
1982 gehörten Elly und Wilhelm Kuch zu den Gründungsmitgliedern
der Gruppe 83 – eine der wichtigsten Künstlergruppierungen in
der deutschen Keramik, deren Beteiligte schon seit den sechziger Jahren das
Geschehen in diesem Bereich maßgeblich geprägt hatten.
Das Ergebnis ihrer Arbeit besitzt für Elly und Wilhelm Kuch stets Vorrang
vor dem individuellen Anteil des Einzelnen. Dementsprechend werden die Werke
entweder mit ihren beiden Namen oder mit der Angabe „Werkstatt Kuch“ bezeichnet.
Dennoch lassen sich Schwerpunkte feststellen. So widmet Elly Kuch sich vorwiegend
der formalen Gestaltung, während Wilhelm Kuch für die Oberflächen
und den Brennvorgang zuständig ist.
Das Internationale Keramik-Museum in Weiden – Zweigmuseum der Neuen
Sammlung München – kann nun in enger Kooperation mit den Künstlern
eine ganz besondere Ausstellung zeigen: Zu sehen ist eine Auswahl jener Keramiken,
die Elly und Wilhelm Kuch bisher nie aus der Hand gegeben und wie einen kostbaren
Schatz gehütet haben. Gerade an diesen Arbeiten zeigt sich, mit welcher
Konsequenz Formen und Glasuren variiert und weiterentwickelt wurden, mit
welcher Energie, Disziplin, aber auch Schaffensfreude die Werkstatt betrieben
wurde – ganz nach einem Satz von Wilhelm Kuch: „Eine gute Keramik
sollte Qualität für alle Sinne bereithalten.“
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