Digitale Strategie

Eine Zukunftsvision
Sam Hecht, LD 67 Mouse Trap, Lexon S.A., 2004.
Foto: Die Neue Sammlung (A. Laurenzo)

Leitbild und Stellung der Digitalität in Die Neue Sammlung

Die Neue Sammlung – The Design Museum hat es sich zum Ziel gesetzt, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten und bei allen Kernaufgaben des Museums zu integrieren. Seit ihrer Gründung 1925 folgt das Museum dem Leitbild, Gute Gestaltung allen Menschen zugänglich machen. Während damals unter dieser Prämisse Designobjekte unabhängig von Preis und Herkunft gezeigt wurden, macht es sich das älteste Designmuseum der Welt heute zur Aufgabe, barrierefreie Informations- und Vermittlungsangebote zu den Ausstellungsobjekten zu schaffen.

Die Neue Sammlung – The Design Museum strebt an, Design für alle digital und analog erlebbar zu machen. Dabei sollen mehrere Sinne angesprochen werden und Design möglichst selbstständig erkundet werden können. So werden Digitalität und Inklusion gleichwertig als gesellschaftliche Aufgabe begriffen und bei allen anfallenden Aufgaben nachhaltig mitgedacht. Das Museum in der Pinakothek der Moderne soll ein Ort des Austausches und des Lernens über Designgeschichte und neue Designentwicklungen sein, an dem alle Menschen willkommen sind. So gestaltet Die Neue Sammlung – The Design Museum die Zukunft und bleibt seinem Leitbild treu.


Der digitale und der analoge Raum

Das Digitale ermöglicht es dem Museum, über den analogen Raum hinaus präsent zu sein, Wissenswertes über neue Wege zu vermitteln und die Inhalte jeweils der Aktualität flexibel anzupassen. Dabei sind die Bereiche von analog und digital als eigenständige Bereiche zu verstehen, die sich gegenseitig befruchten können. Die digitalen Angebote von Die Neue Sammlung können keinesfalls den Besuch vor Ort ersetzen, doch schaffen sie neue Zugangsmöglichkeiten zu den Sammlungsobjekten und Ausstellungen. Sie bieten individuelle und inklusive Wege der Erforschung, Darstellung, Erzählung und Vermittlung von Design.

Informationen können über den Ausstellungszeitraum hinaus bewahrt werden, für die Forschung flexibel genutzt und nach aktuellem wissenschaftlichem Stand jederzeit angeglichen werden. Im Ausstellungsraum sind die Inhalte nicht nur am jeweiligen Original abrufbar, sondern die Designobjekte sollen durch weitere interaktive und partizipative Angebote erfahrbar werden. So ergänzen sich die digitalen und analogen Vermittlungsebenen, und können von allen Menschen je nach ihren Bedürfnissen individuell genutzt werden. Die Neue Sammlung kann auf diese Weise zukünftig selbstständig erkundet werden und nimmt eine Vorreiterrolle im Bereich der digitalen und barrierefreien Kulturvermittlung ein.


Bereits vorhandene Angebote

Um gute Gestaltung jeder Person zugänglich zu machen, müssen verschiedene Vermittlungsangebote offeriert werden. Folgende Maßnahmen wurden bereits getroffen:

• Wlan-Zugang im gesamten Museumsgebäude
• QR-Code für den Zugang von Apple-Geräten an den Wänden
• Eine inklusive Taststation mit Objekt-Informationen, die digital über verschiebbare Bildschirme abrufbar sind
• Launch einer inklusiven Website im März 2024
• Informationen auf der Website in Deutscher Gebärdensprache und leicht verständlicher Sprache
• Ausstellungstexte in leicht verständlicher Sprache und Easy-to-Read auch als Audio (zugänglich über QR-Codes an den Ausstellungswänden)
• Objekttexte u.a. in leicht verständlicher Sprache und Easy-to-Read auch als Audio
App „Sound of Design“
App für das X-D-E-P-O-T
App der Pinakothek der Moderne inkl. Audioguide
• Blog „Design im Dialog“
• Interviews, Ausstellungsfilme und Einblicke in die Museumsarbeit auf Youtube
• Online-Führungen und Online-Vorträge
• Roboter Führerschein (zur Ausstellung „KI.Robotik.Design“, 16.07.2021 – 10.04.2023)
• Konferenzreihe „Future Talks. The Conservation of the Modern“ (seit 2021 hybrid)
• Online-Forschungsprojekt „DDR Kunststoffe im Design. Ein Forschungsprojekt zu Material, Technologie und Restaurierung“



Aktuell in Entwicklung und in Zukunft geplant

Die Neue Sammlung arbeitet fortwährend am Ausbau ihres digitalen und barrierefreien Angebots.

Seit Anfang 2022 werden im Rahmen des Projekts „Design inklusiv erleben“ Informationen zu ausgewählten Sammlungsobjekten in leicht verständlicher Sprache, als Audiodeskriptionen und als Videos in Gebärdensprache erarbeitet. 20 Objekte im X-D-E-P-O-T sind derart erschlossen.

Anfang 2025 sollen weitere 100 Objekte des Sammlungsbestandes in leicht verständlicher Sprache zugänglich sein. Im Zuge dessen wird eine Online-Sammlung aufgebaut sowie in Kooperationen mit Lehrenden spielerische Lernpakete, welche Schulen ab 2026 zur Verfügung stehen.


Interne Digitalisierung muss mit einhergehen

Die Neue Sammlung führt parallel zur Neuausrichtung ihrer Vermittlungs- und Informationsangebote auch eine Erneuerung der digitalen Arbeitsmittel für die Mitarbeiter*innen durch. Im Zentrum steht dabei die Ausstattung mit zeitgemäßen, kollaborativen Arbeitsmitteln und Programmen, die die Zusammenarbeit und das Arbeiten an verschiedenen Orten erleichtern. Diese sind:

• Die Neuausstattung der Arbeitsplätze mit Laptops und Docking-Stationen (Oktober 2022) erlaubt das hybride Arbeiten im Büro genauso wie zuhause oder im Depot, den Ausstellungsräumen etc.
• Share-Systeme und Gruppenarbeitsmodule erleichtern die Zusammenarbeit.
• Durch die Umstellung auf die Sammlungsmanagement-Software MuseumPlus (Sommer 2022) können alle Abteilungen ihre objektbezogenen Arbeiten in einem gemeinsamen Online-Tool durchführen und verknüpfen. Außerdem sind Schnittstellen zu Normdatenbanken und digitalen Angeboten möglich.
• Das Fotoatelier hat die Standards der visuellen Erfassung, Bildverarbeitung und Langzeitspeicherung 2021 vereinheitlicht und auf den neuesten Stand gebracht.

Die stetige Verbesserung der technischen und digitalen Ausstattung ist der Neuen Sammlung wichtig.