Veranstaltungszeitraum: 01.07.2011 – 18.09.2011

Gralglas. 1930-1981.

Ein Beispiel des deutschen Designs
Ansicht einer Vitrine in der Ausstellung Gralglas. 1930-1981. Ein Beispiel des deutschen Designs, 2011.
Foto: Die Neue Sammlung (A. Laurenzo)

Über die Ausstellung

Leuchtendes Licht, mystische Spiritualität, magische Anziehungskraft, lebensspendender Kelch – der sagenumwobene Name Gral lässt viele Deutungen zu. Und ein schwäbischer Familienbetrieb nahm ihn für sich in Anspruch und brachte darin seine Faszination für die Materie Glas zum Ausdruck. Die Gral-Glashütte gehört ein halbes Jahrhundert lang zu den führenden deutschen Glasmanufakturen des 20. Jahrhunderts.

Mit Unterstützung eines der wichtigsten Glaskünstler der Moderne – Wilhelm von Eiff, Professor an der Kunstgewerbeschule in Stuttgart – entwickelten sich die Gral-Glas-Werkstätten in Göppingen bis zum zweiten Weltkrieg zum fortschrittlichsten Veredelungsbetrieb für Schliff und Gravur. Den Idealen des Deutschen Werkbundes entsprechend und beeinflusst durch den modernen Stil aus den nordischen Ländern, wandelte sich Gralglas in der Nachkriegszeit zur eigenständigen Glashütte, nun mit Sitz in Dürnau. Die Gläser standen mit ihrer hohen Qualität, dekorlosen Sachlichkeit, klaren Funktionalität und bezahlbarem Preis symbolhaft für die Gute Form – und gehörten bald zur Ausstattung repräsentativer Amtssitze der noch jungen Bundesrepublik. In Anspruch und Haltung international vergleichbar sind etwa die Glasunternehmen Daum in Frankreich, Iittala in Finnland, Orrefors in Schweden, Leerdam in den Niederlanden, Riedel in Österreich, Rosenthal in Deutschland oder Venini in Italien, mit denen sich Gralglas in der „Gruppe 21“ vernetzte. Für den neuen Stil bei Gral waren externe Industriedesigner, Künstler und internationale Glasspezialisten verantwortlich, u.a. Hans Theo Baumann und Hartmut Esslinger oder Muraneser Glaskünstler wie Livio Seguso. Neben dem seriellen Gebrauchsglas bezeugen künstlerische Unikate – hergestellt in internen Workshops ab Ende der 1960er Jahre – den gestalterischen Anspruch, das handwerkliche Geschick und die Experimentierfreude, die dem Glas noch mehr Ausdruckskraft zu entlocken versuchte.
Ergänzt durch Entwurfszeichnungen, die den Blick auf den Designprozess erweitern, geben in dieser ersten umfassenden Retrospektive ausgewählte Beispiele den Facettenreichtum der Gral-Glashütte wieder: hauchdünne Kelche und geschliffene Fußbecher, strenge Stereometrie und freie Formen, klare Transparenz und tiefgründige Farbenlandschaften.

Ausstellungsansichten

Blick in eine Glasvitrine mit vier blauen Glasvasen: zylindrisch, mit eingezogenen Schultern und zylindrischen, unterschiedlich langen Hälsen.
Ansicht Vitrinen in der Ausstellung Gralglas. 1930-1981. Ein Beispiel des deutschen Designs, 2011.
Foto: Die Neue Sammlung (A. Laurenzo)
Im Vordergrund eine zweistöckige Glasvitrine mit drei bauchige Flaschenvasen in den Farben Hellblau, Rot und Gelb.
Blick in die Ausstellung, Gralglas. 1930-1981. Ein Beispiel des deutschen Designs, 2011.
Foto: Die Neue Sammlung (A. Laurenzo)

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

  • Kuratiert von:

    Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich, Xenia Riemann

  • Kooperationsparter:

    Glasmuseum Hentrich im Museum Kunstpalast Düsseldorf
    The Finnish Glass Museum; Riihimäki

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