Frankfurter Küche aus der Florstädter Straße 13

Ausgestellt in München
DesignSchütte-Lihotzky, Margarete (23.01.1897 - 18.01.2000) GND ULAN
Datierung Entwurf 1926
HerstellungGeorg Grumbach
DesignSchütte-Lihotzky, Margarete (23.01.1897 - 18.01.2000) GND ULAN
Datierung Entwurf 1926
HerstellungGeorg Grumbach

Die Küche wurde von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky für das Siedlungsprojekt "Neues Frankfurt" im Jahr 1926 entwickelt. Die Wienerin Schütte-Lihotzky war als einzige Frau Teil des Teams unter Leitung des Stadtbaurats Ernst May. Im Zuge dieses Projekts der Stadt Frankfurt am Main entstanden in den 1920er Jahren über 10.000 neue Wohnungen. Die Küche gilt als erste Einbauküche der Welt, ausgestattet mit Fließendwasser, elektrischem Licht und Gasherd.

Die Neue Sammlung verfügt über den frühesten Entwurf des Typs 1, da die Schütten noch unter der Arbeitsplatte angelegt sind. Entgegen der damals gängigen Vorstellung einer Wohnküche ist die Küche als reine Arbeitsküche geplant. Schütte-Lihotzky entwarf sie nach dem amerikanischen Vorbild der rationellen Haushaltsführung, die Arbeit in der Küche möglichst effizient zu machen. Dies sollte die Arbeitszeit der berufstätigen Mutter in der Küche soweit reduzieren, dass sie mehr freie Zeit für sich und die Familie hatte. In den 1920er-Jahren lag als Folge des ersten Weltkriegs die Berufstätigkeit bei Frauen bei fast 50 Prozent.

Bewerkstelligt wurde der Zeitgewinn durch eine durchdachte Planung der Arbeitsbereiche, bei der jegliche Aufgaben in einem sehr kleinen Radius ausführbar waren. Unnötige Laufwege wurden somit in der 6,5 Quadratmeter großen Küche gespart. So ließ sich ein Bügelbrett extra herunterklappen. Auch das Trockenregal für die Teller war gleichzeitig das Aufbewahrungsregal. Eine weitere Besonderheit ist der Verzicht auf freistehende Möbel, es gab nur einen Arbeitshocker, der unter dem eingebauten Arbeitstisch hineingeschoben werden konnte. Dieser Tisch am Fenster - um das Tageslicht gut zu nutzen - öffnete sich seitlich für Küchenabfälle. Ein Deckenlicht konnte an einer Schiene dorthin geführt werden, wo Licht gebraucht wurde. Auch fehlten Rückwände der Schränke, was eine Materialersparnis bedeutete.

Die blaue Farbe bei späteren Küchenvarianten diente zur Abschreckung von Fliegen, welche sich nach damaligen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht auf blaue Oberflächen setzten. Aus heutiger Sicht weiß man, dass Oberflächenfarbe keine Rolle bei der Abschreckung von Fliegen spielt.

Details

DesignSchütte-Lihotzky, Margarete (23.01.1897 - 18.01.2000) GND ULAN
Datierung Entwurf 1926
HerstellungGeorg Grumbach
Herstellungs­ortFrankfurt am Main, Deutschland, Europa
MaßeBreite: 187 cm, Höhe: 261 cm, Tiefe: 303 cm
Material / TechnikHolz, elfenbeinfarben lackiert (mehrfach); Linoleum, schwarz; Metall (Aluminium etc.); Glas
FarbeElfenbein, Schwarz
GattungMöbel
Inventar­nummer176/99

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